Der Bogenhanf zählt nicht ohne Grund zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Er ist äußerst pflegeleicht, kommt mit wenig Wasser aus und verzeiht auch kleine Pflegefehler. Mit seinen markanten, aufrechten Blättern passt er in jedes Zuhause und verleiht jedem Raum eine moderne, grüne Note. Gleichzeitig zählt er zu den Zimmerpflanzen mit der besten Luftreinigungswirkung, weshalb er sich auch ideal fürs Büro eignet.
In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du über die Dracaena Trifasciata wissen musst: von seiner Herkunft und dem richtigen Standort über die optimale Pflege bis hin zur Vermehrung, den verschiedenen Arten und der Giftigkeit.
Eine Pflanze - Viele Namen
Der Bogenhanf ist unter vielen Namen bekannt. Botanisch hieß er lange Zeit Sansevieria Trifasciata. Heute wird er offiziell zur Gattung Dracaena gezählt und trägt den Namen Dracaena Trifasciata. Im Alltag und im Handel ist jedoch weiterhin der Name Sansevieria gebräuchlich.
Neben dem klassischen deutschen Namen Bogenhanf ist auch die Bezeichnung Schwiegermutterzunge weit verbreitet – eine Anspielung auf die langen, schwertförmigen Blätter. Im Englischen kennt man die Pflanze als Snake Plant oder ebenfalls als Mother-in-Law’s Tongue.
Herkunft des Bogenhanfs
Der Bogenhanf stammt ursprünglich aus den trockenen Savannen Westafrikas. Er wächst dort in kargen Böden bei hohen Temperaturen und mit sehr wenig Wasser. Seine dicken, fleischigen Blätter dienen als Wasserspeicher und machen ihn sehr robust.
Der richtige Standort
In seiner Heimat steht die Sansevieria oft frei in der Landschaft oder geschützt zwischen Felsen und Sträuchern. Dort bekommt er sehr viel Licht, aber die Sonne trifft nicht ständig und gebündelt auf die Blätter.
In unseren Wohnräumen ist das anders: Fensterglas verstärkt die Strahlung, sodass die Blätter bei direkter Mittagssonne schnell verbrennen können. Deshalb fühlt sich der Bogenhanf bei uns an einem hellen Platz ohne pralle Sonne am wohlsten.
- Optimal: heller Standort am Ost- oder Westfenster
- Auch möglich: halbschattige Ecken im Raum
- Nicht geeignet: dauerhaft dunkle Standorte oder kalte Zugluft


Arten & Sorten des Dracaena Trifasciata
Der Bogenhanf ist in vielen unterschiedlichen Arten und Zuchtformen erhältlich. Alle zeichnen sich durch ihre Robustheit und Pflegeleichtigkeit aus, unterscheiden sich jedoch in Farbe, Musterung und Wuchsform. Zu den beliebtesten Varianten zählen:


Der Klassiker mit langen, schwertförmigen Blättern in sattem Grün, die von einem goldgelben Rand eingerahmt werden.


Sansevieria Cylindrica "Straight"
Auffällige Sorte mit runden, senkrecht aufrecht wachsenden Blättern – modern und minimalistisch.
Sansevieria gießen und pflegen
Viele Pflanzenfreunde fragen sich: Wann den Bogenhanf gießen – und wie oft? Die wichtigste Regel lautet: Lieber zu trocken als zu nass! In seiner Heimat, den Savannen Afrikas, ist die Sansevieria lange Trockenperioden gewohnt und speichert Wasser in seinen Blättern. Deshalb kommt er deutlich besser mit Wassermangel zurecht als mit Staunässe.
- Frühling & Sommer: etwa alle 1–2 Wochen gießen, sobald die Erde trocken ist
- Herbst & Winter: alle 3–4 Wochen genügt vollkommen
- Vor dem Gießen prüfen: Erde sollte komplett abgetrocknet sein
- Wichtig: Staunässe unbedingt vermeiden – sonst droht Wurzelfäule
Auch beim Thema Dünger ist der Bogenhanf anspruchslos. Während der Wachstumsphase von Frühling bis Spätsommer reicht es, alle 4–6 Wochen mit einem milden Zimmerpflanzendünger zu versorgen. Im Herbst und Winter kannst du das Düngen ganz einstellen.
Tipp: Wische die Blätter gelegentlich mit einem feuchten Tuch ab. So entfernst du Staub, die Pflanze kann besser „atmen“ und sieht gleichzeitig gepflegt aus.
Bogenhanf umtopfen: Wann und wie?
Ein Umtopfen ist beim Bogenhanf nur alle paar Jahre nötig – meistens dann, wenn die Pflanze viele neue Triebe gebildet hat oder der Topf sichtbar zu klein geworden ist. Auch wenn der Wurzelballen unten herauswächst oder die Erde verbraucht wirkt, ist ein frischer Topf sinnvoll.
So gehst du Schritt für Schritt vor:
- Neuen Topf vorbereiten: Wähle einen nur leicht größeren Topf mit Drainagelöchern. Das ist wichtig um Staunässe zu vermeide. Auch eine Schicht aus Blähton oder Kies am Boden des Topfes kann hier sinnvoll sein.
- Pflanze entnehmen: Löse die Schweiegermutterzunge vorsichtig aus dem alten Topf.
- Wurzeln kontrollieren: Entferne faule oder matschige Wurzelteile mit einer sauberen Schere.
- Welche Erde?: Verwende ein lockeres, durchlässiges Substrat. Gut geeignet ist Kakteenerde oder eine Mischung aus Blumenerde mit Sand, Perlite oder Blähton. Normale Blumenerde ohne Auflockerung ist zu dicht und hält zu viel Feuchtigkeit.
- Neu einsetzen: Pflanze mittig in den neuen Topf setzen, Erde auffüllen und leicht andrücken.
- Angießen: Nach dem Einpflanzen vorsichtig gießen und die Pflanze einige Tage ruhen lassen.
Troubleshooting: Häufige Probleme mit dem Bogenhanf
Auch wenn die Sansevieria als sehr robust gilt, können bei falscher Pflege typische Probleme auftreten. Hier erfährst du, woran es liegen kann und wie du dagegensteuerst:
Warum lässt der Bogenhanf die Blätter hängen?
Hängende oder weiche Blätter deuten fast immer auf zu viel Wasser hin. Die Pflanze speichert Feuchtigkeit in ihren Blättern und kann überschüssiges Wasser nur schlecht abbauen. Gieße seltener und kontrolliere, ob die Erde ausreichend abtrocknet.
Warum wird der Bogenhanf gelb?
Gelbe Blätter sind ein Zeichen für Staunässe oder einen zu dunklen Standort. Entferne die verfärbten Blätter und achte darauf, dass der Topf über Drainagelöcher verfügt. Stelle die Pflanze an einen helleren Standort, aber nicht in die pralle Sonne.
Warum fällt der Bogenhanf auseinander?
Wenn die Blätter nach außen kippen, ist der Topf meist zu klein oder die Pflanze hat zu viele Ableger gebildet. Das Umtopfen in einen etwas größeren Topf mit frischer Erde schafft wieder Stabilität.
Warum fault der Bogenhanf?
Faule, matschige Stellen entstehen durch ständige Nässe im Wurzelbereich. Kontrolliere die Wurzeln, schneide betroffene Teile sauber ab und setze die Pflanze in frische, durchlässige Erde. Gieße künftig sparsamer.
Bogenhanf vermehren
Vermehrung durch Blattstecklinge
Du kannst den Bogenhanf über Blattstecklinge vermehren. Dabei nutzt du ein einzelnes Blatt oder Teile davon, um eine neue Pflanze zu ziehen.
Gesundes Blatt auswählen: Schneide ein kräftiges, gesundes Blatt mit einem sauberen, scharfen Messer ab.
In Stücke schneiden: Teile das Blatt in ca. 5–10 cm lange Stücke. Wichtig: Achte darauf, dir die Wuchsrichtung zu merken – also welche Seite nach oben zeigt. Stecklinge, die verkehrt herum in die Erde gesetzt werden, treiben nicht aus.
Antrocknen lassen: Lege die Stücke ein bis zwei Tage an einen trockenen Ort. Dadurch schließen sich die Schnittstellen und die Gefahr von Fäulnis wird geringer.
Eintopfen: Setze die Blattstücke etwa 2–3 cm tief in kleine Töpfe mit durchlässiger Erde (z. B. Kakteenerde oder eine Mischung aus Blumenerde und Sand/Perlite).
Gießen: Halte die Erde nur leicht feucht – nie nass! Staunässe führt schnell zu Fäulnis.
Standort: Stelle die Töpfe an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonne.
Nach einigen Wochen bis Monaten bilden die Stecklinge Wurzeln, und nach einiger Zeit erscheinen neue Triebe.
Vermehrung durch Ableger
Wenn du deinen Bogenhanf umtopfst, wirst du oft kleine Ableger am Wurzelballen entdecken. Diese sehen aus wie Mini-Versionen der großen Pflanze und eignen sich perfekt zur Vermehrung.
Ableger abtrennen: Schneide die Seitentriebe mit einem sauberen Messer von der Mutterpflanze ab. Ideal ist es, wenn die kleinen Pflanzen bereits eigene Wurzeln gebildet haben.
Einzeln eintopfen: Setze die Ableger in kleine Töpfe mit durchlässiger Erde und drücke sie leicht an.
Angießen & Standort: Gieße vorsichtig und stelle die neuen Pflanzen hell, aber nicht in direkte Sonne.
Mit der Zeit entwickeln die Jungpflanzen eigene Blätter und können wie erwachsene Sansevieria-Pflanzen gepflegt werden.
Luftverbesserung & Standort
Der Bogenhanf ist nicht nur dekorativ, sondern verbessert auch aktiv das Raumklima. Studien der NASA zur Luftreinigung durch Zimmerpflanzen haben gezeigt, dass Sansevierien Schadstoffe wie Benzol, Formaldehyd oder Trichlorethylen aus der Luft filtern können. Eine besondere Eigenschaft des Bogenhanfs ist, dass er auch nachts Sauerstoff produziert – etwas, das nur wenige Pflanzen leisten. Damit eignet er sich besonders gut für Räume, in denen du viel Zeit verbringst wie Schlafzimmer, Büro oder Wohnzimmer.
Kann der Bogenhanf blühen?
Die meisten kennen den Bogenhanf wegen seiner Blätter – doch tatsächlich kann er auch blühen. Das passiert allerdings selten und meist nur bei sehr alten oder besonders gut gepflegten Pflanzen.
Die Blüten erscheinen als lange, aufrechte Rispen mit vielen kleinen, cremeweißen bis grünlichen Einzelblüten. Sie duften angenehm süßlich, oft abends oder nachts, da sie in der Natur Nachtinsekten anlocken.
Wichtig: Nach der Blüte stirbt die Sansevieria nicht ab – anders als manche andere Pflanzen. Allerdings ist die Blüte für ihn sehr anstrengend, weshalb er danach oft eine Ruhephase einlegt und langsamer wächst.
Sollte ich die Blüten abschneiden?
- Ja, wenn sie verwelkt ist: Nach der Blüte kannst du den Stiel bodennah mit einer sauberen Schere abschneiden. So steckt die Pflanze ihre Energie wieder in neue Blätter statt in einen trockenen Blütenstängel.
- Nein, solange sie frisch ist: Wenn die Blüte dir gefällt, kannst du sie stehen lassen. Manche duften angenehm süßlich, vor allem abends.
Wenn du die Chance hast, deinen Bogenhanf in Blüte zu erleben, ist das ein kleines Highlight – und ein Beweis dafür, dass er sich an seinem Standort richtig wohlfühlt.


Giftigkeit für Katzen
So robust und pflegeleicht der Bogenhanf auch ist, für Katzen und Hunde ist er leider nicht geeignet. Laut der ASPCA enthalten seine Blätter Saponine, die bei Tieren zu Vergiftungserscheinungen führen können. Bereits kleine Mengen können Erbrechen, Durchfall oder verstärkten Speichelfluss auslösen.
Da Katzen von Natur aus neugierig sind und gerne an Zimmerpflanzen knabbern, solltest du die Schwiegermutterzunge in einem Haushalt mit Stubentigern unbedingt außer Reichweite aufstellen. Am besten eignet sich ein höheres Regal oder ein Standort, den deine Katze nicht erreichen kann.
Wenn du eine komplett unbedenkliche Alternative suchst, findest du im Handel spezielle, für Katzen unbedenkliche Zimmerpflanzen, zum Beispiel Katzengras oder Grünlilie.
Sansevieria – die perfekte Zimmerpflanze für alle
Der Bogenhanf ist eine echte Allround-Pflanze: robust, pflegeleicht und gleichzeitig modern im Erscheinungsbild. Er verzeiht kleine Pflegefehler, braucht nur selten Wasser und fühlt sich an vielen Standorten wohl. Mit seinen luftreinigenden Eigenschaften verbessert er zudem das Raumklima und eignet sich dadurch perfekt für Schlafzimmer, Wohnzimmer oder Büro.